In Zeiten des Postfaktischen ist Validität und Vollständigkeit entscheidend

UpToDate führt schnell zu aktuellem, evidenzbasiertem Wissen

Prof. Dr. Alexander Ghanem, o Chefarzt für Kardiologie und internistische Intensivmedizin der Asklepios Klinik Heidberg-Nord, nutzt UpToDate bereits seit 2005, also lange bevor das System zur klinischen Entscheidungsunterstützung („clinical decision support“, abgek. CDS) Anfang letzten Jahres in allen Asklepios Kliniken eingeführt wurde. Er schätzt vor allem die Qualität der bereit gestellten Informationen, für die mehr als 50 Lektoren, allesamt führende praktizierende Ärzte in den jeweiligen Spezialgebieten, verantwortlich zeichnen.  Diese Lektoren stützen sich wiederum auf ein Netzwerk aus rund 6.700 renommierten Medizinern aus aller Welt.

Prof. Dr. Alexander Ghanem wurde quasi mit UpToDate sozialisiert, wie er selber sagt: „Während meiner Ausbildung hat ein Oberarzt fast jedes Leitsymptom und insbesondere intensivmedizinische Befundkonstellationen anhand des Wissenstools analysiert und behandelt. So konnten wir auch seltene Krankheitsbilder in der Diagnostik strukturiert abarbeiten“, so der Kardiologe. „Gerade in Zeiten des Postfaktischen ist der Anspruch auf Validität und Vollständigkeit, den UpToDate erfüllt, ein entscheidendes Kriterium für eine verlässliche Medizin“, fügt Prof. Ghanem hinzu.

Zudem schätzt der Hamburger Kardiologe die Objektivität der Lösung: „Anerkannte Experten stehen mit ihrer wissenschaftlichen Expertise für das hohe und validierte, dabei stets aktuelle Niveau der Fachinformationen in UpToDate, die systematisch zusammengefasst sind.“ Als Beispiel nennt er das Gebiet der Aortenklappenstenose, das Prof. Dr. Catherine M. Otto – nach Worten von Prof. Ghanem „eine Koryphäe auf ihrem Gebiet“ – als Section-Editor verantwortet.

Grundsätzlich wird jedes UpToDate-Thema von einem Fachautor (einem Spezialisten in seinem jeweiligen Fachgebiet) und mindestens zwei Rezensenten (ebenfalls Fachärzte) bearbeitet. Gemeinsam prüft dieses Team die aktuelle Literatur und erarbeitet eindeutige Empfehlungen für Behandlungen und Untersuchungen. Diese Empfehlungen sind immer evidenzbasiert. Dieses strenge redaktionelle Verfahren bei der Erstellung der Inhalte macht UpToDate zu einem übergeordneten aktuellen Nachschlagewerk für Diagnostik, Therapie und Differenzialtherapie.

Editorial Process

Prof. Ghanem nutzt das Wissenstool von Wolters Kluwer immer dann, wenn er Unterstützung in Diagnostik und Therapie benötigt - vorrangig bei selteneren Krankheitsbildern, also für die 20 % der Fälle außerhalb der klinischen Routine. Als Beispiele führt der Kardiologe infektiologische Erkrankungen wie Endokarditis, Intoxikation, Koma unklarer Genese oder Elektrolytentgleisungen an.

„Für mich ist das auch eine Frage der Glaubwürdigkeit“, sagt der Kardiologe. „Bei UpToDate bekomme ich eine vollständige Übersicht ausschließlich von Peer-Reviewed-Artikeln, die den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln und so die Therapie stützen. Wenn beispielsweise Prof. Otto schreibt, dass ein Progress um 0,3 Quadratzentimeter in den letzten zwölf Monaten in Richtung hochgradiger Aortenklappenstenose ein Prediktor für ein schlechtes Outcome ist, dann hat das ein sehr hohes Gewicht.“

Prof Dr. Alexander GhanemEine mögliche Alternative sieht Prof. Ghanem lediglich in Google Scholar oder einem anderen Meta-Crawler, in denen er Beiträge suchen würde. Das Problem: „Die Suche ist sehr zeitaufwändig, sie wäre nicht vollständig, da besonders hochwertige Arbeiten für eine gewisse Zeit von den Verlagen gesperrt sind, und die Ergebnisse wären nicht von Experten bewertet. Zudem erhalte ich auf diesem Wege in der Regel keine konkreten Handlungsempfehlungen, was den Wert der Recherche mindern würde.“